Die Pille allein ists auch nicht

alles über die sanfte Methode

ist – schon wieder die Pille vergessen. Ob die Verhütung trotzdem noch sicher ist? Diese Frage dürfte so ziemlich jede Frau kennen, die mit der Anti-Baby-Pille eine Schwangerschaft vermeiden will. Denn wirklich sicher ist die Pille nur, wenn man sie regelmäßig einnimmt. Dann allerdings besticht sie durch eine gute Statistik: Nur 0.1 bis 0.9 von hundert Frauen werden innerhalb eines Jahres bei richtiger Einnahme trotz der Anti-Baby-Pille schwanger. Mediziner sprechen von einem Pearl Index von 0.1 bis 0.9.

Der Nachteil: Man setzt seinen Körper regelmäßig und dauerhaft einer unnatürlichen Hormondosis aus. Bleibt demjenigen, der diesem Hormoncocktail entgehen will, also nur noch der Griff zum Kondom oder zur Kupferspirale? Wirft man einen Blick auf die Statistik, könnte man zu diesem Schluss kommen. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verhüten 53 Prozent der 18- bis 49-Jährigen mit der Pille, 37 Prozent mit dem Kondom, und zehn Prozent mit der Spirale. Doch es gibt auch Alternativen. Eine davon ist die Natürliche Familienplanung – kurz NFP.

Natürlichkeit hat ihre Vorteile – aber auch Nachteile

Zwar ist die Natürliche Familienplanung in der Statistik mit etwa einem Prozent Nutzern nach wie vor kaum zu finden. Doch sie hat ihre Vorteile. Es gibt keine Medikamentennebenwirkungen, NFP kostet nichts und vor allem: Das Verfahren ist – vorausgesetzt man wendet die richtige Methode konsequent an – ähnlich sicher wie die Pille.

“Bei der NFP lernen Frauen, ihren Körper so zu beobachten, dass sie genau über ihren Zyklus Bescheid wissen”, sagt Petra Frank-Herrmann, die am Zentrum für Natürliche Familienplanung der Universität Heidelberg arbeitet. Im Alltag heißt das für die Frauen: Thermometer neben das Bett legen und morgens vor dem Aufstehen die Körpertemperatur messen. Steigt die Temperatur im Vergleich zur Messung vor 24 Stunden sprunghaft an, ist der Eisprung bereits vorbei. Am dritten Tag nach diesem Temperaturanstieg beginnt die unfruchtbare Zeit – ab diesem Tag kann die Frau im restlichen Zyklus nicht mehr schwanger werden.

Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch, dass während den fruchtbaren Tagen entweder Enthaltsamkeit gefragt ist oder Verhütung mit Kondom – der Partner sollte die Entscheidung zur NFP daher mittragen. Zwar ist die Frau in jedem Zyklus nur bis zu sechs Tage lang fruchtbar. Das Zeitfenster, das die Temperatur vorgibt, überschreitet die fruchtbare Zeit allerdings etwas.

Um die fruchtbaren Tage möglichst genau einzugrenzen, empfehlen Ärzte zudem, neben der Temperatur auch den Gebärmutterhalsschleim zu untersuchen. Dieser wird in den empfängnisbereiten Tagen von der Scheide abgesondert und verändert sich im Laufe des Zyklus von weißlich klumpig bis klar und spinnbar.

“Man hat dann zwei Parameter, die sich gegenseitig absichern – quasi einen Double-Check”, erklärt Frank-Herrmann. Mit der symptothermalen Methode – also sowohl Temperaturmessung als auch Schleimuntersuchung – können Frauen die fruchtbaren Tage bei sehr regelmäßigem Zyklus auf etwa neun bis zehn Tage pro Zyklus eingrenzen, bei unregelmäßigem Zyklus auf eine entsprechend längere Zeit.

Zu wenig wissenschaftliche Belege für Alternativen

 

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn es darum geht, die geeignete Anleitung auszuwählen. “Die eine symptothermale Methode gibt es nicht. Es gibt sicherere und weniger sichere Methoden”, erläutert Frank-Herrmann. Auf der sicheren Seite ist man mit einer Methode namens Sensiplan. Sie wird von der Arbeitsgruppe NFP der Malteser gelehrt und wurde vom Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit initiiert.

“Um die Sicherheit von Sensiplan zu optimieren, hatten wir 40.000 Zyklusauswertungen auf dem Prüfstand”, erläutert Frank-Herrmann. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Pearl-Index liegt bei 0.4 – falls die Frauen in ihrer fruchtbaren Phase keinen ungeschützten Sex haben. Greifen sie zu Kondomen, verschlechtert dies die Sicherheit nicht.

Nicht alle NFP-Methoden stützen sich jedoch auf wissenschaftliche Studien. Es existiert etwa bereits ein Vaginalring mit Biosensor, der im Körper die Temperatur misst. Zwar preist der Hersteller sein Verfahren als besonders sicher an. Doch unabhängige Belege für die Wirksamkeit fehlen, so Kritiker.

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